MS-DOS
Das Betriebssystem, das die PC-Welt dominierte. Reine Textoberfläche, Batch-Dateien und die berühmten CONFIG.SYS & AUTOEXEC.BAT.
Klassiker wie Doom, Wolfenstein 3D, Prince of Persia und Monkey Island liefen hier in ihrer ursprünglichen Form.
MS-DOS 6.22 und der knappe konventionelle Speicher
MS-DOS 6.22 steht wie kaum ein anderes System für die Zeit, in der Computerressourcen knapp und jedes Kilobyte wertvoll war. Besonders prägend war dabei der sogenannte konventionelle Speicher, der auf maximal 640 KB begrenzt war. Dieser Bereich musste alles aufnehmen: das Betriebssystem selbst, Gerätetreiber, Speicherresident-Programme (TSRs) und natürlich die Anwendungen. Sobald dieser Speicherbereich erschöpft war, quittierten viele Programme den Dienst mit der bekannten Meldung: „Nicht genügend Speicher“.
Zwar gab es mit EMS und XMS Möglichkeiten, zusätzlichen Speicher zu nutzen, doch viele Programme – insbesondere Spiele und ältere Anwendungen – bestanden strikt auf möglichst viel freien konventionellen Speicher. Das führte dazu, dass Anwender ihre Systemkonfiguration ständig optimieren mussten: Treiber wurden in den oberen Speicherbereich verschoben, unnötige Komponenten deaktiviert oder je nach Anwendungsfall komplett unterschiedlich geladen.
Genau hier kommt eine der elegantesten Lösungen von DOS 6.x ins Spiel: das Bootmenü über CONFIG.SYS. Damit konnte man beim Systemstart zwischen verschiedenen Konfigurationen wählen – etwa eine „volle“ Umgebung mit allen Treibern oder eine minimalistische Variante für speicherhungrige Programme. Zusätzlich konnten Parameter an die AUTOEXEC.BAT übergeben werden, sodass auch dort flexibel reagiert werden konnte.
Beispiel: Bootmenü mit verschiedenen Konfigurationen
CONFIG.SYS
[menu]
menuitem=ALLES, Vollausstattung (CD-ROM, Maus, Sound)
menuitem=CDROM, Nur CD-ROM
menuitem=MAUS, Nur Maus
menuitem=MINIMAL, Minimale Konfiguration
menudefault=ALLES,5
[COMMON]
DOS=HIGH,UMB
DEVICE=HIMEM.SYS
DEVICE=EMM386.EXE NOEMS
[ALLES]
DEVICEHIGH=OAKCDROM.SYS /D:MSCD001
DEVICEHIGH=MOUSE.SYS
DEVICEHIGH=SB16DRV.SYS
[CDROM]
DEVICEHIGH=OAKCDROM.SYS /D:MSCD001
[MAUS]
DEVICEHIGH=MOUSE.SYS
[MINIMAL]
REM Keine zusätzlichen Treiber
AUTOEXEC.BAT
@ECHO OFF
PROMPT $P$G
PATH C:\DOS;C:\TOOLS
GOTO %CONFIG%
:ALLES
LH MSCDEX.EXE /D:MSCD001
LH MOUSE.COM
SET BLASTER=A220 I5 D1 H5 T6
GOTO ENDE
:CDROM
LH MSCDEX.EXE /D:MSCD001
GOTO ENDE
:MAUS
LH MOUSE.COM
GOTO ENDE
:MINIMAL
REM Nichts laden
GOTO ENDE
:ENDE
Erklärung
- Beim Start erscheint ein Menü mit Auswahlmöglichkeiten.
- Je nach Auswahl wird ein Abschnitt in der CONFIG.SYS aktiviert.
- Die Variable
%CONFIG%wird automatisch gesetzt und in der AUTOEXEC.BAT ausgewertet. - So können gezielt Programme geladen werden, wie:
- CD-ROM-Treiber (MSCDEX)
- Maus-Treiber
- Soundblaster-Umgebungsvariablen
Dieses Prinzip war damals essenziell, um das Maximum aus den begrenzten 640 KB herauszuholen. Mit etwas Feintuning konnte man oft noch entscheidende Kilobyte freischaufeln – genug, damit ein Spiel oder Programm plötzlich doch lief.
Weitere Inhalte folgen bald.